Montag, 3. August 2009

Wie man Ärger anzieht

Es gibt Tage, die wollen nicht gelingen und man ist versucht, sich über jeden noch so kleinen Pups aufzuregen. Und dann geht natürlich alles schief, weil man sich auf das Aufregen an sich konzentriert hat.

Und schön zieht man Aufregung in sein Leben. Nicht im Sinne von aufregendes Abenteuer, sondern im Sinne von sich ärgern.

Ich ging gestern Abend oder vielmehr heute früh zu Bett. Es war schon 2 Uhr in der Nacht. Dennoch wollte ich nicht allzu lange schlafen, um noch etwas vom Tag zu haben.

Also nahm ich mir vor, vor dem Weckerklingeln wachzuwerden.

Liebes Universum, ich wünsche mir, vor dem Klingeln des Weckers wachzuwerden.

Das klappte hervorragend, aber anders, als gedacht. Den Wecker stellte ich für 9:15 Uhr.

Als ich wach wurde schaute ich auf meinen zweiten Wecker, den ich nicht gestellt hatte: Es war 09:58 Uhr.

Das hätte mir eigentlich ein Signal sein sollen, dass ich aufstehen sollte, aber ich war angesäuert, weil ich offensichtlich den Wecker nicht gehört habe. Also kuschelte ich mich in meine Decke, schloss die Augen und schlief weiter.

Geweckt wurde ich dann von dem Weckerklingeln. Mein zweiter und gestellter Wecker zeigte 9:15 Uhr. Der andere Wecker 11:15 Uhr.

Ein Blick auf meinen Radiowecker sagte mir, dass 9:15 Uhr richtig war. Der eine Wecker ging also falsch und zwar so sehr, dass er gar noch das Datum von Sonntag zeigte, obwohl das Funksymbol im Display bestätigte, dass er Kontakt zum Sender der Atomuhr hat.

Nun noch saurer kuschelte ich mich abermals in meine Decke und schlief bis 11 Uhr. Das hat mir innerlich natürlich nicht gepasst, weil ich den ganzen Vormittag verschlafen habe.

Dieses innere Ärgernis pflanzte sich dann auch weiter fort. Zuerst klappte ein Bestellvorgang im Internet nicht, sodasss ich eine Mail an den Betreiber des Shops schicken musste. Dann bongte eine Kassiererin im Laden eine Gutschrift nicht richtig und zu allem Übel fand ich einen Riss im Reißverschluss meiner nagelneuen Jacke. Unnötig zu erwähnen, dass der Gyrosteller im Kofferraum so verrutscht war, dass er hochkant stand und die Suppe von Zaziki und Krautsalat bei meiner Heimkehr an den Seiten herauslief.

Um meinem Frust Luft zu machen, rief ich meine Mutter an und erzählte ihr von den Malheuren. Doch als ich auflegte, fiel mein Blick auf die Emotionsskala von Abraham. Ärger steht auf Punkt 17 - aber so richtig Ärger war es nicht. Kein geschwollener Kamm *g*, kein hochroter Kopf, keine Wut im Bauch. Vielleicht eher Frustration? Die steht auf Punkt 10 der Skala.

Ich lächelte. Dann lachte ich. Warum so ernst? Sch... was auf die Gutschrift, du kannst alles haben, was du willst. Die Bestellung ist in Ordnung gegangen, der Reißverschluss kann repariert werden und dein Gyros hast du trotzdem mit Heißhunger gegessen.

Na, alles in Ordnung? Ja :-)

Das Leben ist nicht ernst, wir nehmen es nur ernst.

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